
Job-Sharing über Unternehmensgrenzen hinweg
Seit September 2026 unterstützt Mirjam Mathyer das Team von Wälchli Concept mit einem 40%-Pensum. Gleichzeitig bleibt sie weiterhin bei der Team Graf AG, Schreinerei in Münsingen, tätig.
Damit entsteht eine besondere Form des Job-Sharings: Die Arbeitszeit wird nicht innerhalb eines Unternehmens aufgeteilt, sondern auf zwei Unternehmen derselben Branche.
Ressourcen teilen statt ungenutzt lassen
Die Auftragslage eines Unternehmens ist nicht immer konstant. Phasen mit hoher Auslastung wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab – gleichzeitig fehlen andernorts möglicherweise genau in diesem Moment personelle Ressourcen.
Hier kann die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen eine pragmatische Lösung bieten.
Statt vorhandenes Fachwissen während einer ruhigeren Phase nicht vollständig nutzen zu können, werden Kapazitäten dort eingesetzt, wo sie aktuell gebraucht werden. Mitarbeitende bleiben beschäftigt, Unternehmen gewinnen zusätzliche Unterstützung und bestehendes Know-how bleibt innerhalb der Branche erhalten.
Aus freien Kapazitäten wird so ein gemeinsamer Mehrwert.
Wissen fliesst in beide Richtungen
Die Zusammenarbeit bietet aber mehr als zusätzliche Arbeitskapazität.
Mit jedem Wechsel zwischen zwei Unternehmen treffen unterschiedliche Arbeitsweisen, Erfahrungen und Perspektiven aufeinander. Prozesse werden verglichen, Lösungsansätze hinterfragt und neues Wissen fliesst zurück in den jeweils anderen Betrieb.
Gerade innerhalb derselben Branche kann dieser Austausch wertvoll sein. Viele Herausforderungen sind ähnlich – die Lösungswege müssen es nicht sein.
Wälchli Concept und Team Graf AG verbindet zudem eine gemeinsame fachliche Basis rund um Türen, Innenausbau und anspruchsvolle Bauprojekte. Während Team Graf als ausführende Schreinerei umfangreiche Erfahrung aus Produktion und Montage einbringt, liegt bei Wälchli Concept ein Schwerpunkt auf Türlösungen, Fachplanung und Sicherheitskonzepten.
Damit ergänzen sich unterschiedliche Kompetenzen entlang desselben Projektspektrums.
Vorteile für beide Unternehmen
Ein unternehmensübergreifendes Job-Sharing schafft Flexibilität auf mehreren Ebenen. Personelle Kapazitäten können sinnvoll genutzt werden, Fachwissen bleibt verfügbar und gleichzeitig entsteht ein direkter Erfahrungsaustausch zwischen zwei Betrieben.
Auch für Mitarbeitende eröffnet das Modell neue Möglichkeiten: Sie lernen unterschiedliche Strukturen und Prozesse kennen, erweitern ihr Fachwissen und können Erfahrungen aus dem einen Unternehmen in das andere einbringen.
Dabei geht es nicht darum, dass ein Unternehmen Wissen abgibt und das andere davon profitiert. Entscheidend ist der gegenseitige Austausch.
Zusammenarbeit statt klassischem Konkurrenzdenken
Unternehmen derselben Branche werden häufig zuerst als Mitbewerber betrachtet. Doch nicht jede Überschneidung muss Konkurrenz bedeuten.
Wo Kompetenzen, Kapazitäten und Anforderungen zusammenpassen, kann Zusammenarbeit eine sinnvolle Ergänzung sein. Gerade für KMU eröffnet dies Möglichkeiten, flexibel auf unterschiedliche Auslastungen zu reagieren, ohne kurzfristig zusätzliche Strukturen schaffen zu müssen.
Das Beispiel von Wälchli Concept und Team Graf zeigt: Zusammenarbeit kann bereits bei der Ressource beginnen, die für beide Unternehmen entscheidend ist – bei den Menschen und ihrem Fachwissen.
So entsteht aus Job-Sharing mehr als eine Aufteilung von Arbeitszeit: Es entsteht ein Austausch von Erfahrung, Kompetenz und Perspektiven.
